Lack

Wohnen und renovieren in Öko-Qualität

Wer beim Renovieren und Einrichten auf Öko-Qualität der Materialien Wert legt, der findet eine reiche Auswahl am Markt. Was aber taugen Produkte, die umweltfreundlich sind? Deckt ein Lack in Öko-Qualität ebenso gut wie ein herkömmlicher? Und welcher Bodenbelag ist aus ökologischer Sicht wirklich zu empfehlen?

Öko-Lacke

Hier muss man unterscheiden: Es gibt Naturharzlacke auf Ölbasis, die lösemittelfrei und wasserverdünnbar sind. Diese Lacke hinken die Deckkraft betreffend hinter den Acryllacken hinterher. Auch vergilben sie rascher als dies bei den herkömmlichen, ebenfalls wasserverdünnbaren Acryllacken der Fall ist. Dann gibt es so genannte Biolacke (auch Öko- oder Naturlacke). Diese liefern ebenso gute Ergebnisse wie die herkömmlichen Lacke. Sie enthalten als Lösemittel allerdings Zitrusschalenöl oder auch Terpentin. Beides ist jedoch vom ökologischen Aspekt her nicht einwandfrei, denn beim Verdampfen setzen sie flüchtige Kohlenwasserstoffe frei, welche zur Bildung von Ozon beitragen. Jedoch werden die Grenzwerte für organische Lösemittel von der Decopaint-Richtlinie seit 2010 gesenkt.

Latexfarbe

Umgangssprachlich werden oft auch Dispersionsfarben, die mit Kunstharzen versetzt sind, um eine abwischbare Oberfläche zu erzeugen, als Latexfarbe bezeichnet. Die echte Latexfarbe jedoch ist sehr teuer: sie enthält den Milchsaft des Kautschukbaums als Bindemittel. Aufgrund des hohen Preises ist sie praktisch nicht mehr im Handel zu finden. Dispersionsfarben jedoch wird eine recht gute ökologische Bilanz bescheinigt. Nach Studien des Umweltbundesamtes sind die Ausdünstungen sehr gering- allerdings wird von einem kompletten Anstrick mit “Latexfarbe” abgeraten, da die Atmungsaktivität des Raumes darunter leidet. Sehr empfehlenswert dagegen sind Farben auf der Basis von Bienen- und Pflanzenwachs, Pflanzenöl und Naturharz.  Sie haben zwar eine mehrtägige Trockendauer, sind jedoch lösemittelfrei, atmungsaktiv, robust und decken gut. Aufgrund ihrer hervorragenden Umwelteigenschaften wurden sie sogar mit dem europäischen Gütezeichen “nature plus” ausgezeichnet.

Verdünnung

Wie bei den Lacken gibt es auch eine Verdünnung, deren Lösungsmittel auf organischer Basis (Balsamterpentinöl, Zitronenschalenöl) beruht, jedoch sind sie aufgrund der Verdampfung nicht ökologisch einwandfrei. Besser ist da Wasser als Verdünnung. Wasserbasierte Lacke sind am Zeichen des “Blauen Engels” zu erkennen. Für all diese Lacke ist ein Grenzwert von zehn Prozent an organischen Lösemitteln festgelegt. Die Entsorgung von Resten sollte dennoch stets auf dem Wertstoffhof erfolgen.

Klebstoff

Auch bei Klebstoff für Bodenbeläge gibt es Unterschiede. Solche auf Erdölbasis haben sehr oft organische Lösemittel und Weichmacher als Inhaltsstoffe. Diese Bestandteile können bei empfindlichen Menschen zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Daher ist es besser, auf wässrige Dispersionskleber zurückzugreifen. Man erkennt sie am “Blauen Engel”. Noch unbedenklicher für Gesundheit und Umwelt sind Naturharzkleber auf Wasserbasis. Leider beschränkt sich ihr Einsatzgebiet auf das Verkleben von Kork, Linoleum, Kokos und auf  Bodenbeläge mit Naturlatexrücken. Aus ökologischer Sicht ist es am schonendsten, einen Bodenbelag zu wählen, der überhaupt nicht verklebt werden muss: Parkett zum Beispiel wird bei  passendem Untergrund nur vernagelt oder verschraubt.

Bodenbelag

Der schon so lange beliebte PVC ist zwar preiswert, robust und vom Design her sehr umfangreich, jedoch entsteht seine Formbarkeit erst durch den Zusatz von Weichmachern und Stabilisatoren, welche gesundheitlich und vom Umweltaspekt her nicht unbedenklich sind. Ein höherer Preis ändert leider nichts an diesen Tatsachen. Laminat dagegen bekommt eine weitgehende Entwarnung. “Öko-Test” bescheinigte bei einer Untersuchung, dass die Schadstoffgehalte dieses Bodenbelags unbedenklich sind. Dies gilt auch für Linoleum- er besteht aus nachwachsenden Rohstoffen  und stellt weder für Umwelt noch für Gesundheit eine Gefahr dar.

Teppich und Teppichboden

In einer Studie des Allergiker- und Asthmabundes wurde nachgewiesen, dass die Feinstaubbelastung bei glatten Böden mehr als dooppelt so hoch ist wie bei einem Teppichbelag. Kurzflorige Teppiche sind für Allergiker die beste Wahl, da sie den Staub am besten binden. Auf regelmäßiges Staubsaugen sollte natürlich nicht verzichtet werden! Auch insgesamt werden Teppichen gute Eigenschaften bescheinigt. Bei Wollteppichen muss man aber wissen, dass sie sehr oft mit Mottenschutzmittel imprägniert sind. Unbehandelte Teppiche erhält man in Ökomärkten. Teppiche aus Sisal oder Kokos benötigen überhaupt keinen Mottenschutz.

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